GTO veranstaltet taiwanisch-deutschen Luft- und Raumfahrtkonferenz
Auf der am heutigen Dienstag vom Deutschen Wirtschaftsbüro Taipei organisierten taiwanisch-deutschen Luft- und Raumfahrtkonferenz in Taipeh kamen über 100 Führungskräfte aus Regierung und Industrie zusammen, um Taiwans nächste Schritte in den Bereichen Drohnen, Luftfahrt und Raumfahrttechnologien zu diskutieren.
Nach einleitenden Impulsen von Linda Blechert (DEinternational Taiwan Ltd.) und Peter Harbich (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Luft- und Raumfahrt) zur Bedeutung belastbarer internationaler Partnerschaften gab Zhen-Wei Chiang (Taiwan MOFA Drone Diplomacy Task Force) einen umfassenden Überblick über Taiwans Aufstieg zu einem globalen Drohnenlieferanten – von stark wachsenden Exporten bis hin zum Aufbau eines nationalen Drohnen-Ökosystems.
Mit dem Wechsel zum Thema Raumfahrt beleuchtete Evin Liao (Taiwan Space Agency – TASA) die taiwanische Satellitenindustrie, die Dominanz von Bodenausrüstung sowie neue Innovationstreiber wie den kommenden iSpark-Beschleuniger und zeigte konkrete Kooperationsmöglichkeiten mit Deutschland auf.
Im Anschluss präsentierten deutsche Unternehmen praxisnahe Luft- und Raumfahrtlösungen und knüpften in 1-zu-1-Matchmaking-Sessions Kontakte mit taiwanischen Partnern. Eine klare Botschaft wurde deutlich: Drohnen und Luft- und Raumfahrt sind zentrale Bausteine von Taiwans industrieller Transformation – und Taiwan und Deutschland sind bereit, diese Zukunft gemeinsam zu gestalten. ✈️
Diese Initiative wird im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) im Rahmen einer projektbezogenen Fördermaßnahme innerhalb des Markterschließungsprogramms für KMU (MEP) durchgeführt.
Deutsch-Taiwanischer Handel wächst weiter
Das Deutsche Wirtschaftsbüro Taipei (GTO) veröffentlichte vergangene Woche die Handelsstatistik zwischen Taiwan und Deutschland für das erste Quartal 2026. Die Daten zeigen ein anhaltendes Wachstum im bilateralen Handel in den ersten drei Monaten des Jahres, wobei sich insbesondere Taiwans Exporte nach Deutschland sehr stark entwickelten und die vertiefte industrielle Zusammenarbeit zwischen beiden Seiten widerspiegeln.
Nach den neuesten Daten des taiwanischen Finanzministeriums erreichten Taiwans Exporte nach Deutschland im ersten Quartal 2026 2,12 Milliarden US-Dollar, was einem deutlichen Anstieg von 28,3 % gegenüber 1,65 Milliarden US-Dollar im gleichen Zeitraum des Vorjahres entspricht. Unter den Exportkategorien verzeichneten elektronische Komponenten die stärkste Entwicklung und beliefen sich auf 490 Millionen US-Dollar, mit einem beeindruckenden Wachstum von 71,2 % im Jahresvergleich. Auch Informations-, Kommunikations- und Audio-/Videoprodukte wiesen weiterhin ein starkes Wachstum auf und erreichten 557 Millionen US-Dollar (plus 20,4 % im Jahresvergleich). Diese Zahlen unterstreichen Taiwans zunehmend wichtige Rolle als zentraler Partner in Deutschlands Hightech-Lieferketten im Zuge des globalen KI-Booms.
Auf der Importseite beliefen sich Taiwans Einfuhren aus Deutschland im ersten Quartal auf insgesamt 3,12 Milliarden US-Dollar. Während die Gesamteinfuhren aufgrund von Anpassungen in den Lieferketten leicht um 5,5 % zurückgingen, entwickelten sich die Importe von Präzisionsmaschinen gegen den Trend und stiegen um 24,1 % auf 635 Millionen US-Dollar. Dies unterstreicht Deutschlands führende Position in fortschrittlichen Fertigungstechnologien sowie seine anhaltende Rolle bei der Unterstützung von Taiwans Halbleiterindustrie und der Aufrüstung im High-End-Fertigungsbereich.
Taiwans Drohnenexporte übersteigen im ersten Quartal 100 Millionen US-Dollar
Taiwans Drohnenexporte sind im ersten Quartal 2026 auf über 100 Millionen US-Dollar gestiegen und übertrafen damit bereits den Gesamtwert des gesamten Jahres 2025. Laut dem Wirtschaftsministerium beliefen sich die Exporte kompletter Drohnen auf 115,85 Millionen US-Dollar. Die Tschechische Republik erwies sich als größter Abnehmer und machte nahezu 100 Millionen US-Dollar aus, gefolgt von Polen.
Das schnelle Wachstum wird durch die weltweit steigende Nachfrage nach Lieferketten außerhalb Chinas, geopolitische Spannungen in Mittel- und Osteuropa sowie Taiwans Stärken bei wichtigen Drohnenkomponenten angetrieben. Die Regierung unterstützt die langfristige Expansion durch Fachmessen, Geschäftsanbahnungen und industrielle Kooperationen mit europäischen Partnern.
AIDC strebt erweiterte Rolle bei Taiwans Verteidigungsbeschaffung an
Die Aerospace Industrial Development Corp. (AIDC) in Taiwan plant, ihre Forschungs- und Entwicklungskapazitäten sowie ihre Produktionskapazitäten auszubauen, da die Verteidigungsausgaben in diesem Jahr ein Rekordniveau erreichen und erstmals mehr als 3 % des BIP überschreiten. Zu den Prioritäten der Regierung zählen Raketen, Luftverteidigung, Drohnen, KI-gestützte Systeme sowie ein langfristiger Sonderbeschaffungsplan bis 2033, der auf die Stärkung asymmetrischer Kriegsführungsfähigkeiten abzielt.
Zur Unterstützung dieser Entwicklung treibt AIDC Anti-Drohnen- und UAV-Technologien voran, vertieft Partnerschaften mit US-amerikanischen und inländischen Unternehmen und baut ihre internationale Präsenz aus. Gleichzeitig wächst ihr Geschäft in der zivilen Luftfahrt weiter, mit steigenden Aufträgen für Flugzeugkomponenten von großen Herstellern wie Boeing und Airbus.
Taiwan eröffnet Handels- und Investitionszentrum in Phoenix
Taiwan hat vergangenen Freitag in Phoenix, Arizona, ein Handels- und Investitionszentrum eröffnet, wie Taiwans Wirtschaftsministerium (MOEA) mitteilte. Es ist nach Dallas die zweite Einrichtung dieser Art in den USA. Wirtschaftsminister Kung Ming-hsin leitete die Zeremonie.
Die Zentren sollen taiwanischen Unternehmen helfen, in den US-Markt zu expandieren und sich an lokalen Produktions- und Innovationsnetzwerken zu beteiligen. Kung besucht mit einer Delegation den SelectUSA Investment Summit; Arizona war die erste Station. Zudem traf die Gruppe Vertreter des Bundesstaates und der Stadt Phoenix, um Kooperationen auszuloten.
Arizonas Gouverneurin Katie Hobbs betonte in einer Videobotschaft die enge Partnerschaft und gemeinsame Ziele bei technologischer Innovation sowie beim Aufbau stabiler Lieferketten.
Die Delegation besuchte auch die Fabrik von TSMC in Phoenix und hob deren Beitrag zu gut bezahlten Jobs und engeren Wirtschaftsbeziehungen hervor.
2025 war Arizona Taiwans drittgrößter Handelspartner mit einem Volumen von 21,24 Milliarden US-Dollar.