Für viele Menschen ist es selbstverständlich, dass die Sprache ihrer Mutter (oder auch ihres Vaters) die Sprache ist, die sie am Besten sprechen. Wer aber mehrsprachig aufwächst, macht nicht selten die Erfahrung, dass die Muttersprache zwar tief im Bewusstsein verankert ist, aber nicht so fließend beherrscht wird wie andere Sprachen, die im eigenen Leben eine dominantere Rolle einnehmen.
Diese Erfahrung hat auch die Journalistin, Übersetzerin und Autorin Hilda Hoy gemacht. Sie wurde in Taiwan als Tochter einer taiwanischen Mutter und eines kanadischen Vaters geboren. Darüber, wie Englisch ihre dominante Sprache wurde und wie sie ihre chinesischsprachige Identität im Erwachsenenalter wiederentdeckte, hat sie das Buch “Mother Tongue” geschrieben.
Im Rti-Interview spricht sie darüber, was eine Muttersprache überhaupt ist und was das Buch mit der Demenzerkrankung ihrer Mutter zu tun hat.
“Mother Tongue” von Hilda Hoy ist 2026 im Wind&Bones Verlag erschienen.