EU-Handelsvertretung besucht Chiayi zur Vertiefung der Zusammenarbeit in der Drohnenindustrie
Laut der Landkreisverwaltung von Chiayi hat der Leiter des Europäischen Wirtschafts- und Handelsbüros in Taiwan, Lutz Güllner (谷力哲), den Landkreis besucht, um Möglichkeiten der Zusammenarbeit im Drohnenbereich auszuloten. Im Anschluss besichtigte er das Asia UAV AI Innovation Application R&D Center.
Laut CNA erklärte Gullner, dass Drohnen sowohl im Verteidigungsbereich als auch für kommerzielle und öffentliche Anwendungen zunehmend an Bedeutung gewinnen. Der Aufbau sogenannter „Non-Red"-Lieferketten – also Lieferketten ohne Abhängigkeit von China – verschaffe Taiwan einen wichtigen Wettbewerbsvorteil.
Er betonte, dass Chiayi Produktionskapazitäten, Forschungseinrichtungen und staatliche Ressourcen an einem Standort vereine – ein Modell, das gut zu den Strukturen in Europa passe. Zudem sei ein effizienter Ablauf mit direktem Geschäftskontakt, Produktzertifizierung und Kundendienst entscheidend, um erfolgreich auf internationalen Märkten Fuß zu fassen.
Weng erklärte, dass Taiwans Drohnenunternehmen früher über das ganze Land verteilt gewesen seien, sich inzwischen jedoch zunehmend in Chiayi konzentrierten. Das Innovationszentrum widme sich der Entwicklung neuer Technologien, während der Minxiong Aerospace and UAV Industrial Park als Produktionsstandort diene.
Der Landkreis plant, das Forschungszentrum und den Industriepark mit dem Flughafen Shueishang zu vernetzen, um Tests sowie die Serienproduktion zu erleichtern. Ziel ist es, Zertifizierungsverfahren zu stärken und die Zeit bis zur Markteinführung neuer Produkte zu verkürzen.
Weng wies darauf hin, dass für militärische und zivile Drohnen unterschiedliche Standards gelten. Ein kontinuierlicher Austausch über Vorschriften und Marktinformationen könne Unternehmen dabei helfen, ihre Produkte gezielt auf die Nachfrage auszurichten. Gleichzeitig könnten Handelskammern und Branchenplattformen Partnerschaften in den Bereichen Technologie, Lieferketten und lokalisierte Dienstleistungen fördern.
Er ergänzte, dass sich Wartung und technischer Support nach dem Verkauf nicht in jedem Absatzmarkt mit eigenem Personal abdecken ließen. Deshalb sei der Aufbau lokaler Servicenetzwerke gemeinsam mit Partnerunternehmen entscheidend, um Kunden zeitnah unterstützen zu können. Bei den Gesprächen wurden außerdem unbemannte Wasserfahrzeuge und die Raumfahrtindustrie thematisiert. Weng erklärte, dass unbemannte Boote angesichts der maritimen Gegebenheiten Taiwans von strategischer Bedeutung seien. Darüber hinaus werde erwartet, dass sowohl Anwendungen der sogenannten Low-Altitude Economy (Wirtschaft im niedrigen Luftraum) als auch der Satellitensektor künftig weiter wachsen.
TSMC baut drei neue Packaging-Anlagen in Chiayi
TSMC plant den Bau von drei weiteren Anlagen für fortschrittliches Chip-Packaging im zweiten Bauabschnitt des Chiayi Science Park. Nach Angaben von Wissenschaftsminister Wu Cheng-wen wird das Projekt die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit der Region stärken und den Landkreis Chiayi zu einem globalen Zentrum für moderne Halbleiterverpackung machen.
Darüber hinaus soll der Wissenschaftspark Unternehmen aus den Bereichen Biotechnologie, Luft- und Raumfahrt sowie Präzisionsmaschinenbau anziehen. Gleichzeitig soll er mit anderen Wissenschaftsparks in Taiwan vernetzt werden, um einen führenden KI- und Halbleiterkorridor zu schaffen.
Taiwans Steuereinnahmen steigen deutlich
Das taiwanische Finanzministerium meldete für Juni Steuereinnahmen von 1,17 Billionen NT-Dollar (36,46 Milliarden US-Dollar). Das sind 761,8 Milliarden NT-Dollar mehr als im Vorjahresmonat. Ein Grund für den starken Anstieg ist die Verlängerung der Steuerfristen im vergangenen Jahr, wodurch sich Zahlungen auf dieses Jahr verschoben.
Von Januar bis Juni beliefen sich die Einnahmen auf 2,56 Billionen NT-Dollar – ein Plus von 81,5 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit wurden bereits 65,6 % des Jahresziels erreicht.
Die Einkommensteuer natürlicher Personen stieg auf 405 Milliarden NT-Dollar, die Körperschaftsteuer auf 588,3 Milliarden NT-Dollar. Beide profitierten von verschobenen Zahlungen und höheren Nachzahlungen.
Auch die Wertpapiertransaktionssteuer legte kräftig zu: Mit 84,9 Milliarden NT-Dollar verzeichnete sie den elften Anstieg in Folge. Das Finanzministerium führt dies auf die anhaltend hohe Handelsaktivität an Taiwans Aktienmärkten zurück.
Gesetzesänderung könnte Starlink den Markteintritt in Taiwan ermöglichen
Ein Parlamentsausschuss hat Änderungen am Telekommunikationsgesetz gebilligt, die den taiwanischen Markt für ausländische Satellitenanbieter wie SpaceXs Starlink öffnen könnten. Vorgesehen ist unter anderem, die Pflicht eines taiwanischen Vorsitzenden sowie die Obergrenze von 60 % für ausländische Beteiligungen abzuschaffen. Der Gesetzentwurf muss jedoch noch weiter beraten und vom Parlament verabschiedet werden.
Taiwans drei große Telekommunikationsunternehmen begrüßten grundsätzlich die geplanten Lockerungen, forderten jedoch, nationale Sicherheit, Cybersicherheit, Datenschutz und eine wirksame Regulierung zu gewährleisten. Chunghwa Telecom verwies auf Kooperationen mit internationalen Satellitenbetreibern zum Schutz kritischer Infrastruktur.
Auch die Taiwan Communications Society sprach sich für mehr Satellitendienste aus und verwies auf die Bedeutung solcher Systeme im Ukraine-Krieg. Sie betonte jedoch, dass internationale Anbieter in Taiwan rechtlich greifbar sein und mit lokalen Telekommunikationsunternehmen zusammenarbeiten müssten, damit staatliche Aufsicht, Datensicherheit und die Versorgung im Krisenfall gewährleistet bleiben.