Die Ostindien-Kompanie (VOC) war eine der mächtigsten Handelsmächte der Welt – und zunehmend an einer kleinen Insel östlich des chinesischen Festlands interessiert, um von dort aus den Handel mit China und Japan auszubauen. Diese Insel war Taiwan – damals bekannt als Formosa.
Bis dahin war Taiwan von indigenen austronesischen Völkern bewohnt. Obwohl die Insel China bekannt war, lag sie außerhalb der politischen Interessen der Ming-Dynastie auf dem Festland. 1624 errichtete die VOC daher einen Handelsstützpunkt im Südwesten Taiwans – im heutigen Tainan. Das markiert eine bedeutende Zäsur in der Geschichte Taiwans.
Gemeinsam mit Tonio Andrade, Professor für Geschichte an der Emory University in Georgia, USA, sprechen wir über die Auswirkungen der niederländischen Kolonialzeit: über die Migration von Han-Taiwanerinnen und -Taiwanern, die Beziehungen zwischen der VOC und der indigenen Bevölkerung – und über die erste Niederlage einer europäischen Kolonialmacht in Ostasien.