Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Taiwan der Republik China angegliedert. Nach dem Sieg der Kommunistischen Partei im chinesischen Bürgerkrieg zog sich die Regierung der Republik China unter der Führung von Chiang Kai-shek und seiner Partei, der Kuomintang nach Taiwan zurück und setzte dort ihre Herrschaft fort.
Taiwan wurde bis 1987 unter Kriegsrecht autoritär regiert. Die stark militarisierte und diskriminierende Fremdherrschaft der KMT während des sogenannten „Weißen Terrors“ wird von vielen Forschenden als kolonial eingestuft und prägt Taiwan bis heute, insbesondere in Debatten über Identität, Sprache und Politik.
Gemeinsam mit Yang Fang-chih, Professorin für Literaturwissenschaft an der National Cheng Kung University in Tainan, sprechen wir über die Auswirkungen des „Weißen Terrors“ auf das heutige Taiwan und gehen insbesondere der Frage nach, inwiefern diese Periode als kolonial betrachtet werden kann.