Das Kangle-Li war eine auf einem ehemaligen japanischen Friedhof illegal errichtete Nachbarschaft in Taipei. Es begann in der Zeit nach dem Bürgerkrieg als ein Slum, bewohnt von Veteranen der KMT und armen Arbeitern aus dem Süden Taiwans. Über die Jahrzehnte und Generationen wurde aus dem Slum eine gemauerte und und in das Herz Taipeis integrierte Nachbarschaft. Doch in den 90er Jahren forderte die Stadtregierung, sich auf japanische Stadtpläne von 1938 berufend, die Räumung des Viertels. Die Häuser sollten abgerissen werden und an ihrer Stelle sollte ein Park entstehen, so wie es die Pläne vorsahen.
Es entstand eine zivile Gegenbewegung. Studierende der NTU und anderer Universitäten, darunter auch mein Interviewgast Sun Chi-jung (孫啟榕) taten sich mit den Bewohnern zusammen, um das Viertel vor dem Abriss zu bewahren. Es ist eine Geschichte von Verrat, Verzweiflung und Aufopferung. Obwohl die Bewegung in ihren Zielen scheiterte, wirkt sie bis heute fort. Denn die Lehren, die aus ihr gezogen wurden, trugen die Aktivisten in andere Bewegungen mit, die Taipei bis heute formen.