Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Taiwan der Republik China angegliedert. Nach dem Sieg der Kommunistischen Partei im chinesischen Bürgerkrieg zog sich die Regierung der Republik China unter der Führung von Chiang Kai-shek und seiner Partei, der Kuomintang nach Taiwan zurück und setzte dort ihre Herrschaft fort.
Taiwan wurde bis 1987 unter Kriegsrecht autoritär regiert. Die stark militarisierte und diskriminierende Fremdherrschaft der KMT während des sogenannten „Weißen Terrors“ wird von vielen Forschenden als kolonial eingestuft und prägt Taiwan bis heute, insbesondere in Debatten über Identität, Sprache und Politik.
Gemeinsam mit Yang Fang-chih, Professorin für Literaturwissenschaft an der National Cheng Kung University in Tainan, sprechen wir über die Auswirkungen des „Weißen Terrors“ auf das heutige Taiwan und gehen insbesondere der Frage nach, inwiefern diese Periode als kolonial betrachtet werden kann.
Zur Sendereihe "Von Formosa zu Taiwan - Eine Geschichte des Kolonialismus":
Um das Taiwan von heute zu verstehen, muss man einen Blick in die Vergangenheit werfen. Die Insel war über 400 Jahre lang verschiedenen Formen der Fremdherrschaft ausgesetzt: von den niederländischen und spanischen Kolonialmächten im 17. Jahrhundert, über den Siedlerkolonialismus der Qing-Dynastie, bis hin zur imperialen Expansion Japans und der autoritären Herrschaft der Kuomintang nach dem Zweiten Weltkrieg. Eines wird dabei deutlich: Kolonialismus ist ein zentrales Element in der Geschichte Taiwans. In dieser Sendereihe gehen wir den Spuren dieser kolonialen Regime nach. Wir beleuchten ihre Merkmale, ihre Auswirkungen und fragen, wie sie das heutige Taiwan geprägt haben.
Eine Sendereihe Praktikant von Tobias Kraller
Eine Blick hinter die Kulissen zu dieser Sendereihe gibt es hier zu erhaschen: https://www.rti.org.tw/de/programnews?uid=4&pid=81842 (Leben in Taiwan: Tobias Kraller im Interview: Von der Idee bis zur fertigen Sendereihe - Kolonialgeschichte und Identität Taiwans im Fokus)