In dieser Folge von Wissenschaft Made in Taiwan ist der Politikwissenschaftler Professor Reinhard Biedermann von der Tamkang University zu Gast. Er forscht seit vielen Jahren zu internationalen Beziehungen mit besonderem Fokus auf China, Taiwan und Europa. Im Gespräch erläutert er, wie Politikwissenschaft arbeitet, welche Fragen sie stellt und warum ihre Erkenntnisse weit über den akademischen Raum hinausreichen, etwa in der politischen Beratung, in Thinktanks oder in sicherheitspolitischen Debatten.
Ein zentraler Schwerpunkt des Gesprächs liegt auf der Arktis, einem Forschungsfeld, mit dem sich Biedermann intensiv beschäftigt. Er erklärt, warum China dort seit Jahrzehnten wissenschaftlich präsent ist, welche strategischen Interessen hinter der sogenannten Polar Silk Road stehen und weshalb die Arktis heute kein geopolitisches Randgebiet mehr ist. Auch Taiwans Rolle kommt in den Blick. Über wissenschaftliche Kooperationen versucht die Insel, international sichtbar zu bleiben, trotz begrenzter finanzieller Mittel und politischen Drucks.
Abschließend geht es um die Beziehungen zwischen Taiwan, Deutschland und Europa, ein weiteres zentrales Forschungsthema Biedermanns. Warum hat das Interesse Deutschlands an Taiwan spürbar zugenommen? Welche Rolle spielen Chinas Politik unter Xi Jinping, wirtschaftliche Abhängigkeiten und der Halbleitersektor? Und wie sollten europäische Akteure mit politischem Druck aus Peking umgehen?