Taiwans Außenminister wirbt für sogenanntes „Taiwan-Modell“,
Taiwans Außenminister Lin Chia-lung wirbt für ein sogenanntes „Taiwan-Modell“, um die wirtschaftlichen Beziehungen zu den USA weiter zu vertiefen. Bei Gesprächen mit einer Delegation des US-Taiwan Business Council erklärte Lin, das Modell solle sich eng an die Wirtschaftspolitik der USA anlehnen und konkrete Kooperationen ermöglichen. Geplant ist unter anderem der Aufbau neuer Industriecluster in den USA, um taiwanische Unternehmen zu unterstützen, sowie eine stärkere vertikale Integration der KI-Lieferkette. Dabei wolle Taiwan gezielt amerikanisches Kapital, Technologie und Fachkräfte nutzen, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit beider Länder zu stärken. Zugleich strebt Taiwan eine engere industrielle Zusammenarbeit an, etwa um Zukunftstechnologien wie Robotik gemeinsam in Entwicklungsländern voranzubringen. Lin betonte außerdem die Bedeutung einer Zusammenarbeit mit anderen demokratischen Partnern zur Stärkung wirtschaftlicher Widerstandsfähigkeit. Ein zentraler Schritt sei der Abschluss eines Abkommens zur Vermeidung der Doppelbesteuerung, das Investitionen erleichtern und die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen weiter ausbauen soll.
Taiwans Arbeitslosenquote erreicht den niedrigsten Stand seit 25 Jahren
Die Arbeitslosenquote in Taiwan lag 2025 im Durchschnitt bei 3,35 % und damit auf dem niedrigsten Niveau seit 25 Jahren, während die Erwerbsquote auf 59,43 % stieg — ein Höchststand seit 36 Jahren. Nach Angaben von Taiwans Statistikamt (DGBAS) unterstützten stabile wirtschaftliche Bedingungen und der Konsum zum Jahresende die Neueinstellungen im Dezember. Für die Zeit vor dem Lunar-Neujahrsfest im Januar werden zudem weitere kurzfristige Arbeitsplätze erwartet.
Staatliche Initiativen zur Förderung älterer Arbeitnehmer und von Frauen haben ebenfalls zu einer höheren Erwerbsbeteiligung beigetragen. In Bezug auf die Auswirkungen des jüngsten Handelsabkommens mit den USA wiesen Regierungsvertreter darauf hin, dass Arbeitsmarktindikatoren politischen Veränderungen in der Regel zeitlich nachgelagert folgen und die globale Wirtschaftslage den taiwanischen Arbeitsmarkt auch in den kommenden Monaten beeinflussen werde.
Taiwans Automobilhersteller erhöhen Löhne und Zusatzleistungen, um Fachkräfte zu gewinnen
Die taiwanische Automobilindustrie verstärkt ihre Einstellungsbemühungen, indem sie Einstiegsgehälter anhebt und familienfreundliche Zusatzleistungen ausbaut, während sich der Sektor zunehmend auf Elektrofahrzeuge und neue Technologien ausrichtet. So haben etwa Hotai Motor und die Yulon Group ihre Vergütungspakete zuletzt deutlich über den Mindestlohn hinaus verbessert.
Darüber hinaus führen Automobilhersteller Kinderbetreuungsangebote und flexible Urlaubsregelungen ein, um Haushalte mit zwei Einkommen besser zu unterstützen. Analysten zufolge zwingen sinkende Geburtenraten und der branchenübergreifende Wettbewerb die Autobauer dazu, Löhne und Arbeitsbedingungen zu verbessern, um jüngere Arbeitskräfte zu halten.
Taipower erzielt Rekordgewinn
Der staatliche Energieversorger Taipower hat im vergangenen Jahr einen Rekordgewinn erzielt. Nach Steuern erwirtschaftete das Unternehmen 72,9 Milliarden Taiwan-Dollar, umgerechnet rund 2,3 Milliarden US-Dollar. Damit beendete Taipower drei Verlustjahre in Folge und übertraf den bisherigen Höchstgewinn aus dem Jahr 2015.
Rund 14 Milliarden Taiwan-Dollar stammen aus Investitionen und Mieteinnahmen, der Großteil aus dem Kerngeschäft Stromerzeugung. Die Gewinne sollen helfen, aufgelaufene Verluste von etwa 420 Milliarden Taiwan-Dollar auszugleichen, die vor allem durch stark gestiegene Brennstoffpreise nach Beginn des Ukraine-Kriegs entstanden waren.
Um die Inflation zu dämpfen, hatte Taipower Strompreise lange kaum erhöht. Seit Oktober gelten jedoch höhere Tarife für Haushalte, während Industriekunden verschont blieben. Für dieses Jahr rechnet das Unternehmen mit stabilen Kosten und weiteren Gewinnen. Das Wirtschaftsministerium erwartet daher keine größeren Strompreiserhöhungen. Parallel investiert Taipower massiv in den Ausbau und die Stabilität des Stromnetzes.
Online-Abstimmung für Neugestaltung von Taiwans Banknoten
Die taiwanische Zentralbank plant eine Neugestaltung der Banknoten und hat dafür eine Online-Abstimmung gestartet. Die Bevölkerung kann aus zwölf Themenvorschlägen wählen, die künftig die einzelnen Stückelungen prägen könnten. Das Projekt befindet sich derzeit in der Phase der öffentlichen Konsultation.
Die neue Banknotenserie steht unter dem Leitthema „Die Schönheit Taiwans“. Zur Auswahl stehen unter anderem nachhaltige Entwicklung, technologische Innovation, Architektur, Volksfeste, Inselökologie, geschützte Tier- und Pflanzenwelt sowie die Rolle von Frauen. Politische Bezüge seien ausdrücklich ausgeschlossen, betonte die Zentralbank.
Die Online-Abstimmung läuft vom 27. Januar bis 13. Februar. Jede Person kann einmal abstimmen und bis zu fünf Themen auswählen. Die ersten neuen Banknoten sollen rund zweieinhalb Jahre nach Abschluss der Themenwahl erscheinen.
Die Zentralbank rechnet mit Kosten von etwa fünf Taiwan-Dollar pro Banknote, etwas mehr als bisher. Neben der öffentlichen Meinung sollen auch Sicherheits- und Produktionsaspekte in die endgültige Entscheidung einfließen.