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Humanoide Roboter und die Grenzen künstlicher Intelligenz

Prof. Hansjörg „Jacky“ Baltes neben einem humanoiden Roboter, der einen Scooter fährt. Das Projekt dient als Forschungsplattform für Balance, Steuerung und Wahrnehmung in der Robotik. (Foto: Alexander Kunz)
Prof. Hansjörg „Jacky“ Baltes neben einem humanoiden Roboter, der einen Scooter fährt. Das Projekt dient als Forschungsplattform für Balance, Steuerung und Wahrnehmung in der Robotik. (Foto: Alexander Kunz)

In dieser Folge von Wissenschaft Made in Taiwan spricht Alexander Kunz mit Prof. Hansjörg „Jacky“ Baltes vom Department of Electrical Engineering der National Taiwan Normal University über die Grenzen moderner Robotik. Während KI-Systeme in Spielen wie Schach oder Go längst überlegen sind, stoßen Roboter in der realen Welt weiterhin auf grundlegende Probleme, etwa beim Gehen, Balancieren oder beim sicheren Wahrnehmen ihrer Umgebung.

Baltes forscht seit vielen Jahren an humanoiden Robotern und erklärt, warum gerade alltägliche Fähigkeiten für Maschinen extrem schwer zu beherrschen sind. Kinder erkennen ihre Eltern mühelos, Menschen bewegen sich intuitiv durch komplexe Landschaften und passen ihre Bewegungen spontan an. Für Roboter hingegen sind genau diese Fähigkeiten mit enormem rechnerischem Aufwand verbunden und oft überraschend fehleranfällig.

Ein Schwerpunkt der Folge ist ein Projekt, das in Taiwan für große Aufmerksamkeit gesorgt hat. Ein humanoider Roboter, der einen ganz normalen Scooter fährt. Baltes erläutert, warum dieses Experiment wissenschaftlich so interessant ist, welche unerwarteten Probleme dabei auftreten und weshalb scheinbar gut verstandene Konzepte wie Inverse Kinematik plötzlich an ihre Grenzen stoßen, sobald Steuerung, Balance und Bewegung gleichzeitig kontrolliert werden müssen.

Darüber hinaus spricht er über Robotik als Forschungsfeld, über den Unterschied zwischen industrieller Automation und autonomen Systemen in unstrukturierten Umgebungen sowie über Robotersport als wissenschaftlichen Benchmark. Wettbewerbe wie RoboCup oder der von ihm mitgegründete EuroCup dienen dabei nicht nur der Öffentlichkeit, sondern vor allem als messbare Vergleichsgrundlage für den tatsächlichen Fortschritt in der humanoiden Robotik.

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