Der taiwanische Kunstschaffende Musqiuqiu Chihying (致穎) lebt und arbeitet in Berlin. Seine Arbeiten waren schon in vielen Ländern der Welt zu sehen und beschäftigen sich mit globalen Machtstrukturen – von deutschen Kolonialspuren in Togo bis hin zu Chinas heutiger Präsenz in Afrika.
Aktuell ist Chihyings Mulitmedia-Installation "The Recasting" auf der Taipei Biennale im Fine Arts Museum Taipei ausgestellt. Die Installation basiert auf einem Gebetsbottich, der ein Ausreißer in der Sammlung des Palastmuseums ist und in dem berühmten Museum wortwörtlich außen vor - nämlich vor der Eingangstür - bleiben muss. Denn der Gebetsbottich stammt nicht aus der kaiserlichen Sammlung, sondern wurde von den Japanern nach 1945 an die Republik China (Taiwan) zurückgegeben. Der Weg des Bottichs nach Taiwan ist für den Künstler eine passende Parallele zu taiwanischer Identität - und ermöglicht ihm die Frage nach der Rolle von Museen und Sammlungen in der Herstellung von Kanon und Deutungshoheit-
Im Gespräch erzählt Chihying, was "The Recasting" ausmacht und wie die Arbeit auf frühere Werke aufbaut.